Mit den lächerlichen Repros aus meiner digitalen Knipskiste ist kaum einem der hier vorzustellenden Büchern gerecht zu werden und schon gar nicht der Monographie, von der im Folgenden zu berichten ist.


Eine Aufsehen erregende Arbeit legte Helena Schätzle vor einiger Zeit vor. Es gab damit eine Ausstellung bzw. Ausstellungsbeteiligung, es gab ein Künstlerbuch in Kleinstauflage, dann unter dem Titel Die Zeit dazwischen. 2621 Kilometer Erinnerung eine mehr oder weniger handgemachten 2.Auflage, deren 100 Exemplare 2010 schnell ausverkauft waren.


Ziemlich wahrscheinlich, dass es Davide Monteleone während seiner Laufbahn als Fotojournalist in den Nordkaukasus verschlagen hat. Sehr wahrscheinlich auch, dass er mit den Fotos über die Republiken im Süden Russlands erfolgreich war.


Ein Mann steht mit seinem Vespa-Roller auf einem feuchten Wiesenweg, starrt etwas dümmlich ins Leere. In der Hand hält der perfekt Ausgeleuchtete einen verwirrten Blumenstrauß.


Das Sofortbild gehörte zu den großen Verlierern der Wende von der analogen zur digitalen Fotografie.


Klotzen, nicht kleckern: das war schon immer die Devise der Bild-Zeitung. Auch zum 60. Geburtstag lässt sich das Blatt nicht lumpen, sondern feiern. Und zwar so, dass sich der Coffee-Table verbiegt, worauf der elf Kilo schwere Foliant liegt.


Wer erinnert sich noch an den Fotografen Wilhelm Schürmann (* 1946)? Nach fast 20 Jahren Pause erschien jetzt wieder ein neues Buch des emeritierten Aachener Fotoprofessors, der in der Zwischenzeit vor allem als Sammler und Kurator in der Öffentlichkeit stand.


Dieses Dilemma kennt jeder: Ausgerechnet in dem Moment, in dem sich eine spannende Szenerie vor den eigenen Augen auftut, ist die Kamera nicht zur Hand oder der Auslöser funktioniert nicht.


Welches Schicksal haben Gruorn, Berich und Garzweiler gemeinsam? Es sind Orte, die für einen Truppenübungsplatz, einen Stausee oder den Braunkohlentagebau weichen mussten, also von den Landkarten verschwanden.


Als die Tschechin Jitka Hanzlová 1982 nach Deutschland kam, waren ihre Aufstiegschancen denkbar schlecht. Die deutsche Sprache war ein ziemliches Rätsel für sie. Der abrupte Wechsel von ihrem beschaulichen Heimatdorf Rokytník in die raue Großstadt Essen kam einer Entwurzelung gleich. Und der Kontrast von Sozialismus zu Kapitalismus war ohnehin ein Kulturschock. Jitka Hanzlová, isoliert in der Fremde, suchte nach einem Weg, sich auszudrücken – und fand ihn in der Fotografie.


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