Ein Mammutprojekt ist das, was Lina Kim und Michael Wesely in dem vorliegenden Katalog lediglich andeuten. Seit 2003 beschäftigen sich die beiden Künstler damit, die Stadtentwicklung Brasilias aufzuarbeiten. Dazu haben sie in den städtischen Archiven recherchiert und mit Privatpersonen gesprochen, die viele der dokumentarischen Bilder aufgenommen haben.


Tokio, sechs Uhr abends, an einem gewöhnlichen Arbeitstag: Tausende Menschen drängen sich in U-Bahnen hinein. Und es wird wahrlich kein Zentimeter verschenkt. Passt wirklich kein Fahrgast mehr hinein? Doch, da geht noch etwas.


Glück oder Unglück – dazwischen können vierzehn unwirtliche Seekilometer liegen. Ob das Leben ein Traum oder Albtraum wird, hängt ganz davon ab, auf welchem Kontinent man geboren wurde. In Europa, wo reiche Eltern ihre Kinder mit Geschenken und Schokolade verhätscheln. Oder in Afrika, wo Erwachsene kaum wissen, wie sie sich und ihren Nachwuchs über den Monat bringen sollen.


Mit der Fotografie kann man die Zeit nicht zurückdrehen, aber sichtbar machen.


Vor 25 Jahre explodierte das Atomkraftwerk in Tschernobyl und noch immer erscheinen Bücher darüber.


Wer nie die DDR, resp. Berlin, besucht hatte, für den konnten die ersten Jahre nach der Wende von 1989 eine Zeitreise sein. Es roch nach Zweitaktern und Braunkohle. Die vorherrschende Farbe war grau.


Bei Licht betrachtet sehen manche Dinge tatsächlich schöner aus. Entweder, weil man sie glasklar erkennt oder weil erst das Licht ihre eigentliche Schönheit entwickelt. Glassplitter zum Beispiel funkeln dann wie Diamanten.


Beim ersten Durchblättern denkt man: Schon wieder eins von diesen ostalgischen Fotobüchern mit frustriert oder angesichts des Fotografen irritiert dreinblickenden Leuten, mit zerbröselnden Trottoirs und Fassaden, mit Hinterhofgerümpel und Käuferschlangen vor HO-Läden.


Manchmal reicht ein Augenblick, um ein ganzes Leben zu verändern. Bei Stanley Greene passierte es an einem Tag im Jahr 1993. Sein Job als Modefotograf: öde, oberflächlich, längst passé.


Der Fotograf Arwed Messmer und die Schriftstellerin Annett Gröschner haben sich seit einigen Jahren als Spezialisten für die Aufarbeitung von historischen Bildbeständen einen Namen gemacht. Zuletzt beschäftigten sie sich mit einem Konvolut von Fotos der Berliner Mauer, aufgenommen von DDR-Grenzsoldaten, also mit Blickrichtung von Ost nach West.


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