Odessa ist eine janusköpfige Stadt. Verführerisch und schön zeigt sie sich im Zentrum mit einer aufwendig restaurierten Altstadt. Hier tummeln sich erlebnishungrige Touristen, feiern exzessive Partys in Clubs oder am nahe gelegenen Strand. Verlässt man das schmucke Stadtzentrum, offenbart sich die stille, düstere Seite der ukrainischen Metropole.


Als der Taschen-Verlag unlängst Josef Heinrich Darchingers opulenten Bildband „Wirtschaftswunder – Deutschland nach dem Krieg 1952-1967“ vorstellte, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung, diese Fotos seien „seltene Zeitdokumente, die zeigen, wie schnell in den grauen Alltag wieder Farbe zurückkehrte.“ Das ist ausgemachter Blödsinn.


In seinem Fotobuch „Character Thieves“ ist Oliver Sieber Fabelwesen auf der Spur. Doch die Gestalten sind menschlichen Ursprungs – es sind Jugendliche, die in die Haut ihrer Comic-Helden schlüpfen.


Thekla Ehling kennt die ländliche Umgebung von Bielefeld sehr genau. Sie ist dort aufgewachsen – inmitten einer sanften Hügellandschaft mit Wäldern, Wiesen, Flüssen und Bächen. Wie sah Ehlings Kindheit aus?


Angst, Verzweifelung, Wut, Entsetzen, Fassungslosigkeit, Ohnmacht, Trauer, Stolz, Verachtung, Hass: Als im August 1968 sowjetische Truppen die Tschechoslowakei besetzten, war Josef Koudelka zufällig in Prag und schuf weit mehr als eine Reportage über einen Kulminationspunkt europäischer Geschichte. Diese Serie ist ein gewaltiges fotografisches Epos menschlicher Emotionen, das als aufrüttelndes, zeitloses Plädoyer für die Freiheit nichts von seiner Wucht eingebüßt hat.


Lustig ist das Zigeunerleben? In dem Fotobuch „Die Romareisen“ von Joakim Eskildsen kann man sehen, was ein Leben zwischen Tradition und Anpassung bedeutet.


Das Fotomuseum Winterthur präsentierte im Frühjahr dieses Jahres die Fotografien von Zoe Leonard. Die Schau kann man getrost eine Retrospektive nennen.


Eine grüne geschwungene Rutsche aus Eisen auf einem vertrockneten Rasenstück. Kein Kind weit und breit. Das verwaiste Gestell wirkt wie ein Versprechen auf eine bessere Zukunft mit ausgelassen spielenden Kindern unter freiem Himmel. Jetzt taugt das Gestell nur als trauriges Symbol für das Leiden eines Landes, dem das Leben abhanden gekommen und an dessen Stelle der nackte Schrecken getreten ist.


1986 reiste der damals 29-jährige französische Fotoreporter Didier Lefèvre nach Afghanistan.


Zugegeben, es ist ein bisschen peinlich: Als mir das Buch mündlich vorgestellt wurde, kamen mir sofort reißerische Bilder in den Sinn. So, wie üblicherweise Frauen in High-heels ihre dressierten Leoparden an der Leine ausführen, sollten es diesmal Männer sein, vielleicht im Lendenschurz, jedenfalls mit Zähne fletschenden Hyänen an den Ketten.


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