Der Titel „Reale Fantasien“ ist Programm genug für ein Buch und eine Ausstellung mit Arbeiten von 21 Künstlern und Künstlergruppen.


Die Szenerie wirkt wie erstarrt: Unter einem mächtigen Baum, der weit über die Straße einer dieser typisch amerikanischen Suburbia-Siedlungen ragt, hat ein Taxi angehalten.


Eine Fotografie öffnet ein Fenster in die Welt. Es geht aber schon lange nicht mehr darum, zu beweisen, dass die Welt so aussehe, wie es ein Foto glauben machen will.


Das Buch sieht aus wie eine überdimensionale Chinakladde. Gewicht: Rund fünf Kilo. Die Dimensionen signalisieren keine Bescheidenheit. Warum auch?


Die Fußball-Euphorie geht um in Deutschland. So soll es jedenfalls nach dem Willen der Funktionäre und Marketingexperten sein. Die Weltmeisterschaft (2006) beginnt in Kürze und - wie es zum guten Ton zu gehören scheint - sie wird von einem Kulturprogramm gerahmt.


Offensichtlich zählt es zu den unhinterfragbaren Grausamkeiten der Kunst, mit jedem Ausstellungskatalog das Elend der Gattung neu aufzulegen, - doch worin liegt das Elend der Gattung?


Dass Fotografie einer Region bei der Vergewisserung der eigenen Identität dienen kann, zeigen verschiedentlich realisierte topografisch-dokumentarische Projekte.


Der Traum vom Traumhaus wird, wenn alle ihn träumen, zum Albtraum. In dem Künstlerbuch „Von Erde schöner“ richtet Peter Piller den Blick scheinbar spielerisch und in verblüffender Weise auf die in Mitteleuropa seit Jahrzehnten grassierende Eigenheimpest.


Tausend Blicke richten sich auf den Leser. Man wird das Gefühl nicht los, von unzähligen Augenpaaren fixiert und taxiert zu werden. Den Betrachter treffen offene, anrührende Kinderblicke zwischen Skepsis, Neugier und Zurückhaltung.


Ob es uns passt oder nicht, das Interesse am Krieg ist seit den Anschlägen des 11. September stetig angewachsen, eine Tendenz, die sich auch in einer gesteigerten Kunstproduktion und Ausstellungspraxis spiegelt.


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