Autorenname: Andreas Gebhardt

Zwischen Freizügigkeit und Freiheitsberaubung

„Eros und Stasi“ ist ja mal ein putziger Titel für ein Ausstellungsprojekt und den Katalog dazu. Da sitzt eine junge Frau im Negligé und bemalt sich, an einem Küchentisch sitzend und in einen Handspiegel schauend, die Lippen. Dahinter blickt der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker indifferent von der Mustertapete, an die man sein millionenfach reproduziertes Konterfei gepinnt […]

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Alltägliche Sensationen

Als der Taschen-Verlag unlängst Josef Heinrich Darchingers opulenten Bildband „Wirtschaftswunder – Deutschland nach dem Krieg 1952-1967“ vorstellte, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung, diese Fotos seien „seltene Zeitdokumente, die zeigen, wie schnell in den grauen Alltag wieder Farbe zurückkehrte.“ Das ist ausgemachter Blödsinn.

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Nah dran und gefährlich mitten drin

Angst, Verzweifelung, Wut, Entsetzen, Fassungslosigkeit, Ohnmacht, Trauer, Stolz, Verachtung, Hass: Als im August 1968 sowjetische Truppen die Tschechoslowakei besetzten, war Josef Koudelka zufällig in Prag und schuf weit mehr als eine Reportage über einen Kulminationspunkt europäischer Geschichte. Diese Serie ist ein gewaltiges fotografisches Epos menschlicher Emotionen, das als aufrüttelndes, zeitloses Plädoyer für die Freiheit nichts

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